Extrem Malen

Aquarell für Kinder: Nass-in-Nass-Technik und Salz

Maltechnik

Lass das Wasser malen

Wasserfarbe ist Farbe, die mit dem Wasser reist. Auf nassem Papier breitet sie sich aus und verläuft von selbst; auf trockenem Papier behält sie eine scharfe Kante. Beim Trocknen sammelt sich die Farbe am Rand, Wassertropfen schieben sie zu Blumenkohl-Rändern, und Salz hinterlässt kleine Sterne.

  • Ab 4 Jahren
  • 15–45 Minuten
  • Günstiges Material
Gemalte Illustration: Der Maler malt einen Regenbogen in Wasserfarbe, der ins nasse Papier verläuft, daneben Wachsmalstifte, Filzstifte, ein Malkasten und ein Regenbogenbild eines Kindes.

Auf einen Blick

Alter
Ab 4
Dauer
15–45 Minuten
Sauerei
Gering bis mittel
Erwachsene
Zum Hinstellen von Wasser und Farben
Du brauchst (Kosten)
Einen Wasserfarbkasten, einen weichen Pinsel, zwei Wassergläser, dickes Papier
Bildschirm / in echt
Beides

Was dabei herauskommt

Ein Übungsblatt mit vier Tricks: ein weicher Nass-in-Nass-Himmel, scharfe Formen auf trockenem Papier, Salzsterne und ein, zwei Blumenkohl-Ränder. Danach wissen Kinder, was das Wasser tun wird, und können es mit Absicht einsetzen. Dafür reicht der ganz normale Deckfarbkasten aus der Grundschule: gut mit Wasser verdünnt, verhält er sich wie Aquarellfarbe.

Am Bildschirm

In Extrem Malen (Extreme Drawing) liegt die Wasserfarbe kostenlos in neun Farben auf der Malleiste. Das Papier darunter ist in Zellen von einem halben Millimeter simuliert, jede mit eigenen Fasern und eigener Nässe, deshalb verhält es sich wie echtes Papier:

  • Jeder Strich macht das Papier nass. Farbe breitet sich in nasse Stellen aus, mit ausgefransten, faserförmigen Rändern, und trocknet mit dunklerem Rand und einem schwachen gelbbraunen Wasserrand.

  • Nass-in-Nass und Nass-auf-Trocken. Mal in eine Fläche, die noch nass ist, und die Farben laufen ineinander; auf trockenem Papier bekommst du scharfe Kanten.

  • Blumenkohl-Ränder. Wasser → Tropfen (Badezimmer) auf einer trocknenden Fläche schieben die Farbe zu einem krausen „Blumenkohl“ mit dunklem Rand.

  • Salz. Sieb → Salz (Küche) auf nasser Farbe hinterlässt helle Sterne.

  • Abtupfen. Drück das Küchenpapier (Badezimmer) auf eine nasse Fläche: Es hebt die Farbe im gesteppten Muster des Tuchs ab.

  • Lasieren. Dieselbe Farbe noch einmal wird nicht matschig; eine andere Farbe darüber mischt sich.

  • Das Papier selbst. Nasses Papier wellt sich beim Trocknen und wird nie ganz glatt. Ins Gefrierfach legen lässt in nasser Farbe gefiederte Eisblumen wachsen, und an der Staffelei läuft durchnässtes Papier und tropft unten ab.

Alles in dieser Liste ist kostenlos.

Gemalte Illustration: Papierstreifen und ein Kaffeefilter stehen in Gläsern mit Wasser, schwarze Filzstiftpunkte sind zu blauen, rosa und gelben Bändern auseinandergelaufen; der Maler schaut zu.

In echt

So geht’s in echt

Du brauchst

  • Einen Wasserfarbkasten (Deckfarbkasten oder Aquarellkasten; Tuben für ältere Kinder)

  • Einen weichen Rundpinsel, Größe 8 bis 12

  • Dickes Papier: Aquarellpapier oder schweres Zeichenpapier

  • Zwei Wassergläser: eins zum Auswaschen, eins bleibt sauber

  • Küchenpapier, eine Prise Speisesalz, Malerkrepp

Vier Tricks auf einem Blatt

  1. Das Papier festkleben

    Malerkrepp rundherum hält das Blatt beim Trocknen flacher und lässt einen sauberen weißen Rand.

  2. Die Farben aufwecken

    Tropf auf jede Farbe, die du willst, einen Tropfen sauberes Wasser und warte eine Minute.

  3. Ein Nass-in-Nass-Himmel

    Streich sauberes Wasser über die obere Hälfte und tupf dann Blau und etwas Gelb hinein. Sieh zu, wie sie sich von allein ausbreiten und ineinanderlaufen.

  4. Formen nass auf trocken

    Mal auf die trockene untere Hälfte ein Haus, ein Boot oder einen Fisch. Die Kanten bleiben scharf.

  5. Salzsterne

    Solange eine Stelle noch glänzend nass ist, eine Prise Salz daraufstreuen. Ganz trocknen lassen, dann das Salz abbürsten.

  6. Blumenkohl und Wolken

    Tropf sauberes Wasser in eine Fläche, die schon antrocknet, aber nicht mehr klatschnass ist – das gibt einen Blumenkohl-Rand. Oder drück Küchenpapier auf den nassen Himmel, dann entstehen Wolken.

Ideen zum Variieren

Herbstbäume

Rot und Orange nass in nass für das Laub, und wenn alles trocken ist, braune Äste darübermalen.

Winterschnee

Eine blaue Nass-in-Nass-Fläche mit Salz bestreut: Die Sterne sehen aus wie fallender Schnee.

Galaxie

Dunkelblau und Lila nass in nass ineinanderlaufen lassen, Salz für die Sterne und darunter ein versteckter Planet aus weißem Wachsmalstift.

Regenbogen-Verläufe

Mach einen Papierstreifen nass und tupf die Regenbogenfarben nebeneinander hinein. Wo mischen sie sich?

App und Papier im Vergleich

Am Bildschirm

Blumenkohl-Ränder, Wasserränder und Salzsterne folgen jedes Mal derselben Physik, und Rückgängig ist ein Tipp. Du kannst ein nasses Bild für Eisblumen einfrieren oder es an die Staffelei stellen und zusehen, wie es tropft. Alles hier ist kostenlos.

Auf echtem Papier

Das Papier ist wichtiger als die Farbe: Auf dünnem Druckerpapier schlägt die Farbe durch, und das Blatt wellt sich. Echte Pigmente können granulieren, sich also gesprenkelt in die Körnung des Papiers setzen – das zeigt die App nicht.

Gemalte Illustration: Der Maler tropft blaue, rosa und gelbe Farbe auf einen Stern und eine Blume aus Kleber und Salz auf dunklem Karton, und die Farbe läuft am Salz entlang.

Warum Wasserfarbe macht, was sie macht

Nasses Papier ist wie ein Schwamm: Die Farbe reist überall hin, wo das Wasser hingeht. Wenn eine nasse Stelle trocknet, verschwindet das Wasser am Rand zuletzt und trägt Farbe dorthin, deshalb wird der Rand dunkler.

Für Erwachsene. Die Kapillarwirkung zieht Wasser und Pigment an den Papierfasern entlang, deshalb sind nasse Ränder ausgefranst statt rund. Beim Trocknen verdunstet am Rand einer Fläche am meisten, also strömt Wasser nach außen nach und nimmt Pigment mit: der Kaffeefleck-Effekt (Kaffeering-Effekt), der die Ränder dunkler macht. Ein Tropfen in eine halb trockene Fläche fließt in die feuchtere Farbe hinaus und schiebt Pigment zu einem Blumenkohl mit hartem Rand. Salz ist hygroskopisch und zieht Wasser zu jedem Korn, sodass die Farbe drumherum sternförmig wird. Fasern quellen im Nassen auf und schrumpfen beim Trocknen ungleichmäßig, deshalb wellt sich das Blatt.

Als Nächstes: Was vermutest du?

Nass oder feucht?

Was breitet sich weiter aus: ein Farbtropfen auf klatschnassem oder auf feuchtem Papier?

Salz auf trockener Farbe?

Macht Salz noch etwas, wenn die Farbe schon trocken ist?

Taschentuch oder Küchenpapier?

Was nimmt mehr Farbe auf, und was hinterlässt ein Muster?

Warum der dunkle Rand?

Mal eine Farbpfütze und sieh beim Trocknen zu. Wo landet die Farbe am Ende?

Für Lehrkräfte

Im Unterricht

Aquarell passt in den Kunstunterricht (Maltechniken mit verschiedenen Materialien) und in den Sachunterricht zum Thema Wasser: Wie saugfähig sind Stoffe, und was passiert beim Verdunsten? Das Experiment zur Papierchromatografie zeigt dasselbe wandernde Wasser, das eine Farbe in ihre Bestandteile zerlegt.

Fragen von Eltern

Welches Papier ist am besten für Aquarell mit Kindern?

Aquarellpapier oder schweres Zeichenpapier, etwa 200 g/m² oder mehr. Druckerpapier wellt sich und reißt, wenn es nass wird.

Was ist die Nass-in-Nass-Technik?

Man malt auf Papier, das schon nass ist, sodass die Farben sich ausbreiten und mit weichen Kanten ineinanderlaufen. Nass-auf-Trocken, also auf trockenem Papier, gibt scharfe Kanten.

Warum trocknet Wasserfarbe an den Rändern dunkler?

Beim Trocknen fließt Wasser zum Rand, wo es am schnellsten verdunstet, und nimmt Farbe mit. Das nennt man Kaffeefleck-Effekt.

Kann man mit dem Deckfarbkasten aus der Schule Aquarell malen?

Ja. Deckfarben decken dick aufgetragen, aber mit viel Wasser verdünnt laufen sie nass in nass ineinander wie Aquarellfarben. Für die Tricks auf dieser Seite reicht das gut.

Ab welchem Alter können Kinder mit Wasserfarben malen?

Ab etwa 3 oder 4 mit einem dicken Pinsel und wenigen Farben. Ältere Kinder haben Spaß daran, Nass-in-Nass, Blumenkohl-Ränder und Salz gezielt zu steuern.

Mal Nass-in-Nass am Bildschirm

Mach einen Blumenkohl-Rand, streu Salzsterne, tupf eine Wolke und friere ein nasses Bild ein. Danach holst du den echten Farbkasten raus.